Apr 18 2010
Die Kathedrale des Meeres (Ildefonso Falcones)
Barcelona im 14. Jahrhundert. Feudalherren beherrschen das Land und erschweren ihren Untergebenen das Leben. Ungerechtigkeit, Klassentrennung und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Auch die Inquisition verbreitet Angst und Schrecken in Katalonien. Die Geschichte von Ildefonso Falcones beschreibt das Leben von Arnau Estanyol. Und mit ihm wächst auch die heute noch bekannte Kathedrale Santa Maria del Mar. Sein Leben beginnt mit der Flucht seines Vaters und dem kleinen Kind aus der Unterdrückung seines Herrn. Sein Vater lehrt ihm, dass er sein Leben stets frei führen soll. Er sei kein Sklave, kein Untergebener, sondern ein freier Mensch, aus Fleisch und Blut, auch wenn andere Menschen ihm das Gegenteil predigen oder einflößen sollten. Die Kathedrale des Meeres impliziert sein gesamtes Leben, wie er in Barcelona aufwächst, Freunde kennen lernt und wieder verliert, bis er als einfacher Lastenträger schließlich mit der Kirche in Berührung kommt, die sein ganzes Leben beeinflussen soll. Schließlich wird er sogar zum Seekonsul von Barcelona erhoben. Doch auch Schattenseiten der damaligen Tradition, Gesetze und Gesellschaft sollen sein Leben für immer zeichnen…
Eigene Meinung
Trotz manch langwieriger Passagen ist das Buch doch insgesamt interessant zu lesen. Spannung baut sich gegen Ende des Romans stark auf und fesselt den Leser noch. Leider sind Teile des Buches fast zu lang geschrieben. Manche Details zu detailliert, manche Erzählung zu breit gefächert.
Die historische Erzählung wird leider immer wieder mit Die Säulen der Erde verglichen, und daran misst die mediale Welt auch deren Qualität. Ich empfehle den Roman völlig unvoreingenommen zu lesen, ohne dabei etwaige Vergleiche zu ziehen.
Interessant waren die kulturellen und geschichtlichen Hintergrundinformationen zur Stadt Barcelona, zweifellos eine höchst interessante und einzigartige Lokalität. Gerade die gesellschaftlichen Gebote, Traditionen und Klassenprobleme weckten meine Neugierde. Enfin, empfehlenswert aber verbesserungswürdig.
Der Roman ist bei den Fischerverlagen erschienen und kostet ca. 12,95 €.
ISBN: 978-3-596-17511-6















Eigengeruch. Doch Grenouille ist mit einem außerordentlich ausgeprägtem Geruchssinn ausgestattet. Schon als kleiner Gerberlehrling erkennt er seine Gabe, die sich gleichzeitig auch als Fluch erweisen sollte. Seine restlichen Sinne sind ihm unwichtig. Sein ganzes Dasein, sein Wahrnehmen von Dingen und Personen, seine ganze Art, alles baut auf Gerüchen auf. Er hat die Gabe Gerüche aufzunehmen, die sonst kein anderer wahrnehmen würde, Gerüche zu speichern, sie später wieder in Erinnerung zu rufen und sogar besondere Gemische, als einzelne Düfte, zusammengemischt zu einem Parfüm, wahrzunehmen.

Was auf dem ersten Blick wie eine typische Schnulze aussieht und sich auch danach anhört, ist ganz und gar nicht eine solche. François Lelord schreibt mit “Hector und die Geheimnisse der Liebe” eine Geschichte, die die Liebe aus psychologischer Sicht betrachtet. Das Buch behandelt einen Lebensabschnitt Hectors, ein junger Psychiater aus Amerika, der aufgrund eines beruflichen Projektes in den fernen Osten reist. Er spürt einem Professor nach, der das Geheimnis der Liebe entschlüsselt haben will. Dabei entdeckt er wie kompliziert die Liebe sein kann, und geht verschiedenen Fragen über die Liebe auf den Grund. Kann man nicht für immer verliebt bleiben? Warum liebt manchmal der eine mehr als der andere? Oder: Könnte man die Liebe nicht chemisch über Hormone erzeugen?
Eine authentische Geschichte einer Frau, die als kleines Kind ein Nomadenleben in Somalia führt. Wie unzähligen anderen Mädchen muss sie zwecks Tradition und scheinbarem religiösen Denken eine Beschneidung an ihrem Genitalbereich durchführen lassen. Ein grausames Ritual! Waris Dirie schreibt in ihrem Buch ihre eigene Geschichte nieder. Wie sie von zu Hause flieht, um schließlich mit den Jahren eine erfolgreiche Modellkarriere zu starten und schließlich als UNO-Sonderbeauftragte gegen das pietätslose Ritual der weiblichen Beschneidung kämpft.

